Die Geschichte des Männerwerks

Der “Katholisches Männerwerk St. Bruno – Karnevalsausschuss”
Bereits oder gerade nach den unglückseligen Kriegsjahren und in der Zeit des entbehrungsreichen Neubeginns suchten die Menschen nach Entspannung und Freude, so gründete das Männerwerk Sankt Bruno bereits im Jahre 1948 einen „Karnevalsausschuss”, nach dem Motto „bete und arbeite und feiere zur rechten Zeit”.

Schon am Karnevals-Sonntag 1949 konnte, auf Initiative des damaligen Pfarrobmanns Herrn Josef Simons, die erste Karnevalssitzung des Männerwerks durchgeführt werden.
Diese erste Sitzung fand im Saal des „Sülzer Waisenhauses” statt. Köln lag noch überwiegend in Trümmern und auch die Brunokirche war noch zerstört.
Der Brunosaal musste als Notkirche für die große Brunogemeinde genutzt werden. Nach Instandsetzung der Brunokirche konnten die Sitzungen aber bereits im Jahre 1950 unsere Veranstaltung im Brunosaal durchführt werden.

Die ersten Sitzungen wurden zum großen Teil von eigenen Kräften aus unserer Pfarre gestaltet – hier muss insbesondere an die Reden unseres Sitzungspräsidenten Fritz Monreal erinnert werden, der unter anderem sogar den Mut für eine Litschrede hatte, oder an Hermann Josef Kusen als „Frau Neureich” und an Liedersänger Paul van der Sander (Mer schaffe uns e Hüngche an).
Zunehmend erwartete das Publikum aber auch Kräfte aus den Sitzungen der „großen” Karnevalsgesellschaften.
Die farbenprächtigen und musikalisch schwungvollen Traditionskorps und insbesondere das Dreigestirn – ein Muss für jede zünftige Karnevalssitzung – traten jedoch nur bei Veranstaltungen der dem Festkomitee angeschlossenen Gesellschaften auf.

Kurz entschlossen trat das „Katholische Männerwerk St. Bruno” im Jahre 1953 dem Festkomitee des Kölner Karnevals bei. Seit dieser Zeit konnten wir auch die „Highlights” jeder kölschen Fastelovendssitzung unseren Gästen präsentieren. Das Publikum dankte es in der Form, dass die Kartenbestellungen immer zahlreicher wurden, und bereits im Jahre 1954 musste eine zweite Sitzung veranstaltet werden. Wir sind stolz darauf, dass wir traditionsgemäß die Sitzung am Karnevalssonntag veranstalten können.

Verschweigen möchten wir aber nicht, dass das große Angebot an Karnevals Sitzungen in den Kölner Sälen und besonders auch die Übertragungen zuerst im Rundfunk und dann im Fernsehen ein attraktives Sitzungsprogramm immer schwieriger machen, da dadurch einerseits ein zunehmender Rückgang der Besucherzahlen in den Sitzungen und andererseits immer höhere Honorarforderungen der auftretenden karnevalistischen Kräfte es uns fast unmöglich machen, „volkstümliche” Eintrittspreise beizubehalten.

Unter anderem aus diesem Grunde haben wir in den 90er-Jahren die erste Sitzung als Gemeinschaftssitzung zusammen mit der befreundeten „KG Sölzer Famillisch“ veranstaltet.
Als auch dies finanziell nicht mehr tragbar wurde. Mussten wir auf die erste Sitzung verzichten. Besannen uns aber auf unsere Pfarr-Herkunft und machen seit 11 Jahren einen Pfarrfamilien-Nachmittag mit einem Programm für die ganze Familie (Kinder, Eltern und Großeltern).

Zuletzt wurden die Geschicke des Karnevalsausschusses über viele Jahre von Bernhard Kerp sen. geleitet, unter dessen Vorsitz es gelang, zusammen mit dem Literaten Paul und dann Daniel Derichsweiler die Karnevalssitzung am Karnevalssonntag zu einer gefragtesten Veranstaltungen im Veedel zu machen. Im Jahre 2009 wurde der Vorsitz dann auf Bernhard Kerp jun. Übertragen. Zusammen mit Ihm ist der Karnevalsausschuss bemüht auch in Zukunft einen lebendigen Beitrag zum karnevalistischen Leben und zur Brauchtumspflege im Veedel zu leisten.